Gründung der Agentur für Sprunginnovationen lässt weiter auf sich warten

In der Debatte über eine neuartige Förderung von Sprunginnovationen herrscht im Grundsatz fraktionsübergreifend Einigkeit: die Entwicklung bahnbrechender Technologien, welche bestehende Märkte  komplett verändern oder neue erschließen, wird im bestehenden Wissenschaftssystem nicht ausreichend gefördert. Doch wie genau eine solche Förderung aussehen soll, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.

Zuletzt war es wieder etwas ruhiger geworden um die „Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen“. Ursprünglich sollte die diese noch Ende 2018 ins Leben gerufen werden, dann wurde der Start auf Anfang 2019 verschoben. Und nun hat der Parlamentarische Staatssekretär Michael Meister die Gründung der Agentur bis zur Jahresmitte 2019 verkündet. Zudem beabsichtigt die Bundesregierung erstmal eine Gründungskommission zu gründen, um dann später die Agentur für Sprunginnovationen selbst zu gründen.  Wie die Antwort auf meine schriftliche Frage an die Bundesregierung zeigt, sind weiterhin viele Punkte ungeklärt: So ist die Frage nach dem Standort der Agentur, nach der Organisationsstruktur und der Rekrutierung des Führungspersonals wohl weiterhin offen und Gegenstand der Beratungen der Gründungskommission. Dass die Bundesregierung in dieser Sache nicht vorankommt wiegt schwer. Denn unser Land und Europa bräuchten dringend einen Innovationsschub, um erfolgreich den Klimawandel zu bekämpfen und zugleich den Wohlstand von morgen zu erzeugen.

Denn die Grüne Position zur Agentur für Sprunginnovationen ist sehr klar:

  • Erstens benötigt die Agentur eine Missionsorientierung entlang der globalen Nachhaltigkeitsziele und der Agenda 2030. Statt der „zero vision“ im Konzept der Bundesregierung brauchen wir eine „mission zero“, um bei der Jahrhundertherausforderung Klimaschutz endlich voranzukommen.
  • Zweitens brauchen wir eine konsequente europäische Ausrichtung der Agentur. Gerade wenn Deutschland hier nun erstmal national vorangeht, ist zumindest eine enge Verzahnung mit dem European Innovation Council (EIC) und den nationalen Agenturen anderer EU-Staaten von entscheidender Bedeutung.
  • Drittens muss die Agentur für Sprunginnovationen über ein hohes Maß an Freiheit und Unabhängigkeit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie vom Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi) verfügen. Die Agentur braucht ein sehr klares Mandat (Missionsorientierung), muss dann aber in ihren Förderaktivitäten frei und unabhängig agieren können.

Entsprechend habe ich mich im Beitrag des ARD Hauptstadtstudios „Wann legt die „Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen“ los?“ geäußert.