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Flexibilisierung im Bundesfreiwilligendienst richtig aber nicht ausreichend – Engagement und Ehrenamt brauchen Soforthilfen

Zum Launch der Online-Plattform www.freiwillige-helfen-jetzt.de und Flexibilisierung der Einsatzbereiche von Freiwilligendienstleistenden erklärt Dr. Anna Christmann, Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Ich begrüße es, dass das Bundesfamilienministerium angesichts der Corona-Krise den Bundesfreiwilligendienst flexibilisiert. Viele tausend Dienstleistende sind derzeit ohne  Einsatzstelle und wollen gerne dort aushelfen, wo akut Freiwillige und Ehrenamtliche fehlen.  Damit wird auch dem Wunsch vieler Träger entsprochen. Klar muss aber sein, dass es sich um eine freiwillige Entscheidung jedes Dienstleistenden handelt. Wir können über jeden jungen Menschen froh sein, der freiwillig anpacken kann und möchte.

Die Flexibilisierung des Bundesfreiwilligendienstes reicht aber nicht aus, um die Zivilgesellschaft zu unterstützen. Insgesamt sind gemeinnützige Organisationen von der aktuellen Pandemie-Situation hart getroffen, weil sie nur geringe Vermögenswerte erwirtschaften dürfen und jetzt hohe Einnahmeverluste haben. Viele passen nicht unter den Rettungsschirm der Bundesregierung. Gerade bei kleinen Vereinen könnte dies schon bald die Existenz bedrohen.

Wir haben in einem Brief Bundesministerin Giffey vorgeschlagen, einen Soforthilfefonds für gemeinnützige Organisationen der Zivilgesellschaft zu schaffen. Die Mittel dafür könnten schnell und unkompliziert aus dem Etat der neuen „Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ kommen. Für 2020 stehen bereits 23 Mio. Euro im Haushalt bereit, von denen ein Teil in einen Soforthilfefonds fließen könnte. Die Zivilgesellschaft braucht jetzt schnelle Hilfe, damit sie sich untereinander helfen kann.“