Digitales Frauenfrühstück – Für mehr Frauen in der Digitalisierung

Auch der diesjährige Digitalgipfel der Bundesregierung war wieder ein Männergipfel: Nicht einmal ein Drittel der Podiumsgäste waren Frauen. In den vergangenen Jahren waren es sogar weniger als ein Viertel. Das wollen wir Grünen ändern.

Gemeinsam mit der grünen Europaabgeordneten Alexandra Geese und der grünen Landesvorsitzenden Mona Neubaur habe ich vor dem Auftakt des diesjährigen Digitalgipfels die Chance genutzt, zu einem Frauenfrühstück einzuladen. Um die Frauen, die aktiv an der Gestaltung der Digitalisierung in Deutschland mitwirken, zu vernetzen.

Noch immer sind viel zu wenige Frauen aktiv an der Gestaltung der Digitalisierung in Deutschland beteiligt. Weniger als ein Drittel weibliche Angestellte und ein Frauenanteil von nur rund elf Prozent bei Gründungen und Selbstständigen im IT-Bereich bleiben ein signifikantes Problem – für die Branche, die händeringend nach Fachkräften sucht und für unsere Gesellschaft, in der die Hälfte bei der Entwicklung und Gestaltung der digitalen Zukunft keine gleichberechtigte Stimme hat.

Mit rund 25 digitalbewegten Frauen diskutierten wir im Vorfeld des Gipfels die Fragen: Was muss geschehen, damit sich mehr Frauen in IT-Unternehmen, Forschungszentren und Hörsälen mit digitalen Themen beschäftigen? Wie schaffen wir es, dass Frauen bei der Gestaltung der digitalen Zukunft eine gleichberechtigte Stimme bekommen? Was muss sich in der Bildungskette ändern, damit sich mehr Mädchen für Fächer wie Informatik begeistern? Welchen Beitrag können Frauennetzwerke und Mentoring Programme leisten, um Frauen zu unterstützen? Viele Teilnehmerinnen sprachen sich dafür aus, mit der Digitalisierung die Chance zu ergreifen, mehr Gerechtigkeit für alle Gruppen in der Bevölkerung zu schaffen. Insbesondere, indem Anwendungen künstlicher Intelligenz so fair mit Daten gefüttert werden, dass sie Vorurteile, Rollenklischees und diskriminierende Mechanismen in der Gesellschaft überwunden helfen können. Einig waren wir uns auch darüber, dass mehr Informatik-Unterricht in den Schulen und mehr starke weibliche Vorbilder nötig sind.

Das spannende Frühstück brachte uns weitere Impulse für die politische Arbeit auf Landes-, Bundes- und Europaebene und lässt uns hoffen, dass der nächste Digital-Gipfel der Bundesrepublik stärker als bisher die unterschiedlichen Gruppen in der Bevölkerung beteiligt. Wir fordern die Bundesregierung daher auch im aktuellen Antrag der grünen Bundestagsfraktion http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/143/1914388.pdf dazu auf, den Digital-Gipfel im Jahr 2020 unter das Motto „Frauen in der Digitalbranche und Informatik“ zu stellen und bei allen Veranstaltungen und Beteiligungsprozessen des Bundes im Bereich Digitales, Frauen und Männer ausgewogen zu berücksichtigen und sichtbar zu machen. Außerdem fordern wir eine gemeinsame Kraftanstrengung von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um den Frauenanteil in der Digitalbranche deutlich zu erhöhen und mehr Mädchen und Frauen für Fächer wie Informatik zu begeistern.